ca. 5 km nach Grenzübergang Irkeschtam, China / approx. 5 km after border crossing in Irkeshtam, China

Posted in Zentralasien / Central Asia on März 7, 2011 by pamirhighway

20. September 2010 / September 20, 2010

Ich habe es geschafft, ich habe China mit dem Fahrrad erreicht!

I did it, I have reached China by bicycle!

Kirgisische Gastfamilie / Kyrgyz host family

Chinesische Seite der Grenze / Chinese side of the border

Blick zurück nach Kirgistan / looking back to Kyrgyzstan

Landschaft an der Grenze zu Kirgistan / Chinese landscape close to Kyrgyz border

Landschaft an der Grenze zu Kirgistan / Chinese landscape close to Kyrgyz border

Landschaft an der Grenze zu Kirgistan / Chinese landscape close to Kyrgyz border

Landschaft an der Grenze zu Kirgistan / Chinese landscape close to Kyrgyz border

Landschaft an der Grenze zu Kirgistan / Chinese landscape close to Kyrgyz border

Landschaft an der Grenze zu Kirgistan / Chinese landscape close to Kyrgyz border

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Nuri (Нура), Kirgistan, Nuri (Нура), Kyrgyzstan

Posted in Zentralasien / Central Asia on März 7, 2011 by pamirhighway

19. September 2010 / September 19, 2010

Nach zwei Tagen Schneefall scheint heute morgen die Sonne! Gemeinsam mit Thomas fahre ich über den Irkeschtam-Pass (3536 m), die Szenerie ist atemberaubend, frischgefallener Schnee leuchtet blau von den Berggipfeln. Die Straße ist nagelneu, nur an wenigen Stellen fehlt noch der Asphalt.
Kirgistan ist eine Welt für sich. In den fünf Tagen, die ich hier verbringe, zieht mich die rauhe Schönheit, die Einsamkeit der Landschaft völlig in ihren Bann.

Kyrgyzstan is beautiful, it is not from this world! On a perfectly tarmaced road we cycle over the Irkeshtam pass (3536 m). 

Sari-Tasch / Sary-Tash

Sari-Tasch / Sary-Tash

Wir verlassen Sari-Tasch / leaving Sary-Tash

Blick in Richtung Pik Lenin / view towards Pik Lenin

Kirgistan / Kyrgyzstan

Kirgistan / Kyrgyzstan

Kirgistan / Kyrgyzstan

Kirgistan / Kyrgyzstan

Kirgistan / Kyrgyzstan

Ausgezeichnete Straße zum Irkeschtam-Pass (3536 m) / excellent road to Irkeshtam pass (3536 m)

Panorama vom Irkeschtam-Pass (3536 m) / view from Irkeshtam pass (3536 m)

Abfahrt vom Irkeschtam-Pass (3536 m) / descending Irkeshtam pass (3536 m)

Abfahrt vom Irkeschtam-Pass (3536 m) / descending Irkeshtam pass (3536 m)

Abfahrt vom Irkeschtam-Pass (3536 m) / descending Irkeshtam pass (3536 m)

Abfahrt vom Irkeschtam-Pass (3536 m) / descending Irkeshtam pass (3536 m)

Abfahrt vom Irkeschtam-Pass (3536 m) / descending Irkeshtam pass (3536 m)

Sari-Tasch (Сары-Таш), Kirgistan / Sary-Tash, (Сары-Таш), Kyrgyzstan

Posted in Zentralasien / Central Asia on März 7, 2011 by pamirhighway

16. – 18. September 2010 / September 16 – 18, 2010

Ich schlafe schlecht, die Nacht ist sternenklar und kalt, der eisige Wind dringt in meinen Schlafsack. Ich bleibe so lange liegen bis die Sonne über den Bergen steht und ich mich aufwärmen kann. Christine, Pete und Andy sind schon weitergefahren, sie möchten es vor Sonntag über die Grenze nach China schaffen. Ich lasse mir Zeit, bin erschöpft und hungrig. Mein Benzinkocher erlischt mehrere Male, der Wind ist gnadenlos. Es dauert eine Ewigkeit, bis das Wasser zu kochen beginnt, ich esse zwei Packungen Instantnudeln zum Frühstück, meine letzten Vorräte.
Am späten Vormittag fahre ich zum kirgisischen Grenzposten in Bor Dobo. Die Formalitäten sind schnell erledigt, bleibt noch die Kontrolle durch die Rauschgiftpolizei. Ich klopfe an die Tür, höre dass im Zimmer ein Film läuft, es klingt nach einem russischen Actionstreifen. Die Tür geht auf, es folgt ein kurzes Gespräch mit dem Beamten, ich zeige meinen Pass, er seinen Polizeiausweis. Abdijew Akilbek kommt aus Osch, verrichtet aber jährlich mehrere Monate Dienst an der Grenze zu Tadschikistan. Ich werde ins Zimmer gewunken, soll am Boden Platz nehmen. Am Bettpfosten lehnt eine Kalaschnikow. Im Regal sehe ich den Fernseher und mehrere Wodkaflaschen, in verschiedenen Größen. „Der hier ist sehr gut, Ataman, kommt aus Kirgistan“, meint er, während er prüfend eine Flasche in die Hand nimmt, „und der hier, mit dem Adler, noch besser, aus Bischkek“. Ich nicke beipflichtend. „Wie wärs, wir genehmigen uns den Ataman?“ –  Abdijew lächelt. Ich überlege: „Warum eigentlich nicht? Nach Sari-Tasch, meinem heutiges Tagesziel, sind es nur 20 Kilometer. Außerdem lebe ich eh abstinent genug“. Wir trinken auf unsere Freundschaft, Kirgistan, die Stadt Osch, auf seine Familie. Nach einer halben Stunde bin ich schön angetrunken, die Flasche Ataman ist leer. Ich möchte aufbrechen, da meint Abdijew: „Komm, Zeit fürs Mittagessen!“ – ich folge bereitwillig, mit knurrendem Magen, mein Kopf heiß vom Alkohol. Im Speisesaal sitzen schon die anderen, es werden leckere Manti serviert. „Wenn Du in Osch bist, besuche mich, ich mache Dich mit ein paar Mädchen bekannt“ , sagt Abdijew zum Abschied. Unter dem Grinsen der Soldaten steige ich auf mein Rad und fahre durchs Gatter. Ich bin sternhagelvoll.
Kurz vor Sari-Tasch – mein Rausch ist immer noch nicht verflogen – treffe ich auf einen Kirgisen mit Pferd und Anhänger. Er gestikuliert, aus seinem Kauderwelsch verstehe ich nur die Worte „Kirgistan“, „Freund“, „vorwärts“, „Foto“. „Ich soll ein Foto von dir machen?“, frage ich. Er spannt den Wagen vom Pferd, macht mehrere Male die Geste, ich solle auf sein Pferd steigen. Aha, ICH soll aufs Pferd steigen, ER macht ein Foto. Ich stelle mein Rad an den Straßenrand, danach werde ich vom Kirgisen aufs Pferd gehoben, er scheint begeistert und ungeduldig. Ich bin erstaunt wie hoch ich sitze, wie anders ist die Perspektive von hier oben. In diesem Moment lässt der Kirgise die Zügel los. Das Pferd dreht sich, dann trabt es los! Panik kommt in mir hoch, schlagartig bin ich nüchtern. Ich kralle mich an die Zügel, ich brülle das Vieh an, auf deutsch, russisch, ohne Erfolg. Ich ziehe an den Zügeln und zu meinem Schrecken wechselt das Tier in den Galopp! Rhythmisch fliege ich durch die Luft, ich lande hart im Sattel. Ich bekomme gewaltig den Hintern versohlt. Mein Hintern ist aber momentan mein kleinstes Problem, nur mit Not schaffe ich es, nicht vom Pferd zu fallen. Mit aller Kraft halte ich mich fest, zwei Meter unter mir der steinigen Straßengraben, der in wahnsinniger Geschwindigkeit an mir vorbeizieht. Abspringen kommt nicht in Frage, ich würde mir alle Knochen brechen. Ich habe Todesangst, plötzlich muss ich an meine Eltern denken. Betrunken in Kirgistan von einem Pferd gestürzt, wie dumm, wie sinnlos. Minutenlang dauert der Höllenritt, meine Hände sind aufgeschürft, blutig. An einer Weggabelung wird das Tier endlich langsamer, es ist unschlüssig. Ich wittere meine Chance, schlüpfe aus den Steigbügeln und gleite vorsichtig vom Sattel ohne die Zügel loszulassen. Ich habe es geschafft, ich habe überlebt!
Mir fällt wieder ein, dass ich mein Fahrrad beim Kirgisen zurückgelassen habe, meine ganze Ausrüstung, Bargeld, einfach alles. Ich habe ein ungutes Gefühl, ich bin alarmiert. Einzig, der Gaul bewegt sich nicht als ich zurückgehen möchte. Ich ziehe an den Zügeln, das Pferd zeigt mir die Zähne, sträubt sich, stemmt sich gegen mich. „Ich muss zurück zu meinem Scheißrad, Du Scheißgaul!“, fluche ich. Ich zerre das Pferd an den Zügeln die Straße zurück. Ich brauche eine Stunde, bis ich den Kirgisen erreiche, der neben Anhänger und meinem Fahrrad steht, als wäre nichts passiert. Ich übergebe ihm die Zügel, froh, den Teufel los zu sein. „So reitet man, so hält das Pferd, so lenkt man, so, so!“, sagt der Kirgise, der schon wieder im Sattel sitzt. Dann macht er die Geste des Kehle-Durschneidens, sagt, ich solle mit ihm nach Hause kommen, ich sei jetzt sein Ehrengast, er würde eine Ziege schlachten. Er deutet auf den freien Platz im Sattel hinter sich. Auf Reiten habe ich absolut keine Lust, aufs Kehle-Durchschneiden ebensowenig. Ich winke ab, bin froh heil davongekommen zu sein, ich brauche heute keine weiteren Abenteuer. Mit einer Handbewegung hat er seinen Karren wieder angehängt und schon ist er fort. Ich inspiziere mein Fahrrad, im ersten Moment scheint alles in Ordnung. Dann bemerke ich den verdrehten Lenker, auch die Kette ist draußen. Jetzt sehe ich auch, dass eine Tasche offen ist, der Wasserfilter fehlt! Der verrückte Kirgise hat versucht mein Rad zu fahren, ist gestürzt und hat anschließend meinen Wasserfilter geklaut!

My first day in Kyrgyzstan: I drink Vodka with the border police until I am completely drunk. A Kyrgyz horseman convinces me to get on his horse – a decision I pay with my water filter and almost with my life. Today is the craziest day of my trip so far!

Golden rule: Don’t drink and ride!

Camp auf kirgisischem Niemandsland / camp in no man’s land

Camp auf kirgisischem Niemandsland / camp in no man’s land

Straße nach Sari-Tasch / road to Sary-Tash

Landschaft bei Sari-Tasch / landscape near Sary-Tash

Blick zurück zum Kizil-Art / looking back towards Kizil Art

Kirgise in Sari-Tasch. Er stielt meinen Wasserfilter während sein Gaul mich fast umbringt!

Kyrgyz horseman who stole my waterfilter and while his horse almost killed me!

Somsa und kirgisisches Bier / somsa and Kyrgyz beer

Somsa-Restaurant / somsa restaurant

Proviant für die Weiterfahrt / I stock up on food

Sari-Tasch / Sary-Tash

Sari-Tasch / Sary-Tash

Gostiniza in Sari-Tasch / guest house in Sary-Tash

Sari-Tasch / Sary-Tash

Gostiniza in Sari-Tasch / guest house in Sary-Tash

Gostiniza in Sari-Tasch / guest house in Sary-Tash

Sari-Tasch / Sary-Tash

Gostiniza in Sari-Tasch / guest house in Sary-Tash

Sari-Tasch / Sary-Tash

Sari-Tasch / Sary-Tash

Sari-Tasch / Sary-Tash

Sari-Tasch / Sary-Tash

Sari-Tasch / Sary-Tash

Somsa-Restaurant in Sari-Tasch / Somsa restaurant in Sary-Tash

Sari-Tasch / Sary-Tash

ca. 5 km nach Kisil-Art-Pass (Перевал Кызыл-Aрт), Kirgistan / approx. 5 km after Kyzyl Art pass (Перевал Кызыл-Aрт), Kyrgyzstan

Posted in Zentralasien / Central Asia on März 6, 2011 by pamirhighway

15. September 2010 / September 15, 2010

Per Gesetz ist ab 30 Tagen Aufenthaltsdauer eine Registration bei OVIR notwendig – heute ist mein 31. Tag. Bezüglich der Registrierung kursiert viel Widersprüchliches, auch unter den Beamten herrscht Verwirrung. Ich spekuliere darauf, dass die Grenzsoldaten die Regelung nicht genau kennen. „Odin mesjaz bes registratzii – ein Monat ohne Registrierung“, ist die Argumentation die ich mir ausgedacht habe – heute ist der einzige Tag, möchte ich meine Ausrede anwenden. Ich erinnere mich zu gut an die Schauermärchen aus Duschanbe, von Unglücksraben denen bei der Ausreise hunderte Dollar „Schtraf“ aufgebrummt wurden, wegen fehlender „Registrazija“.
Nach nur wenigen Metern Fahrt gibt Mikaels Hinternabe endgültig den Geist auf. Die Zahnung zwischen Nabe und Ritzelpacket ist völlig abgenutzt, nicht mehr zu reparieren. Ich verabschiede mich schweren Herzens von Mikael, wir hatten zusammen eine tolle Zeit im Pamir. In Kaschgar, so beschließen wir, werden wir uns wiedersehen. Alle Wege führen nach Kaschgar!
Recht schnell habe ich den Uibulakpass hinter mir. Die Straße führt mich in ein furchtbares, verlorenes Tal. Kilometerweit nur Einöde aus Geröll und Staub, der starke Gegenwind wirbelt Sandwolken auf. Rot glühende Berge erscheinen im Hintergrund. Auf ebener Piste bin ich gezwungen mein Fahrrad zu schieben. Stundenlang kämpfe ich mich zum Kisil-Art. Es ist, als hindert mich ein Dämon daran, die Grenze zu erreichen.
Am späten Nachmittag gelange ich zur Grenzstation vor dem Pass. In einem Container darf ich mich zur Mannschaft setzen, bekomme Tee und Süßigkeiten. Ich bin eine willkommene Abwechslung im tristen Dienstalltag und gerne erzähle ich von meinen Erlebnissen. Die Sonne verschwindet hinter den Bergen als mich die Soldaten endlich gehen lassen. Mein Pass wird gestempelt. Ich überlasse ihnen – nicht ganz freiwillig – meine tadschikische Flagge als Geschenk.
In Dunkelheit fahre ich vom Pass. Die Straße ist in miserablem Zustand, stellenweise fehlt die Straße komplett! Plötzlich sehe ich drei Zelt und eine Stirnlampe, etwas abseits von der Straße. Es sind Christine, Pete und Andy aus England, auch sie sind mit dem Rad unterwegs. Froh nicht alleine campen zu müssen schlage ich neben ihnen mein Lager auf.

Ein passender Soundtrack für meine Fahrt durch die dämonische Landschaft:
http://www.youtube.com/watch?v=t1RTgznup5c

Mikael’s axle finally dies. Although we try to find a solution his back wheel is beyond repair. Scince hardly any trucks frequent the road to Kyrgyzstan, Mikael decides to push his bike. We split but promise to meet again in Kashgar.
Going down the Uybulak pass I enter a demonic landscape. Red mountains glow at a distance. Strong headwind knocks me off my bike, I am forced to push even though the terrain is flat. It takes hours of exhausting work to reach the border at Kyzyl Art.

I found the perfect soundtrack for my ride through the demonic landscape:
http://www.youtube.com/watch?v=t1RTgznup5c

Camp am Morgen / camp in the morning

Fahrradspuren im Sand / traces of our bikes

Camp am Morgen / camp in the morning

Blick zurück zum Karakul See / view back to lake Karakul

Blick zurück zum Karakul See / view back to lake Karakul

Abfahrt vom Uibulakpass (4200 m) / descending Uybulak pass (4200 m)

Straße zum Kisil-Art / road to Kyzyl Art

Straße zum Kisil-Art / road to Kyzyl Art

Landschaft am Kisil-Art / landscape near Kyzyl Art

Straße zum Kisil-Art / road to Kyzyl Art

Landschaft am Kisil-Art / landscape near Kyzyl Art

Straße zum Kisil-Art / road to Kyzyl Art

Rajonsgrenze / rayon border

Knochenbrecherpiste!

Bone breaker road!

Kisil-Art-Pass, Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgistan. Auch diese Steinbockskulptur wurde geklettert!

Kyzyl Art pass, border between Tajikistan and Kyrgyzstan. Of course I also climbed this capricorn!

ca. 10 km nach Karakul (Қарoкул), Tadschikistan / approx. 10 km after Karakul (Қарoкул), Tajikistan

Posted in Zentralasien / Central Asia on März 6, 2011 by pamirhighway

14. September 2010 / September 14, 2010

Mikaels Hinterachse war schon in Chorugh gebrochen, Ersatzteile (wenn möglich Shimano LX) auf dem dortigen Basar nicht erhältlich. Das Fahrrad auf eine Marschrutka oder Lastwagen zu laden war nicht Mikaels Vorstellung – nach einem Jahr unterwegs, direkt am Pamirplateu wurden nun keine halben Sachen angefangen! Mit notdürftig zusammengeflickem Hinterrad schaffte es Mikael über mehrere 4000er Pässe – heute aber sieht es schlecht aus. Die Mechanik hat sich mehr und mehr abgenutzt, immer wieder rutscht die Kette durch. Wir suchen den Straßengraben nach Schrott ab, experimentieren mit Beilagscheiben, Schraubenmuttern, rostigem Draht. Mikael findet schliesslich ein passendes Hartplastikteil das er zwischen Rahmen und Ritzelpacket klemmt. Die Lösung ist wenig zufriedenstellend. Bei Belastung lösen sich immer wieder die Zahnräder von der Nabe, das Hinterrad eiert besorgniserregend, dazu kommt der große Reibungswiderstand. Für Mikael eine frustrierende Fahrt nach Karakul.
Der Ort Karakul am Ostufer des gleichnamigen Sees ist die letzte Siedlung in Tadschikistan. Ein Teehaus serviert Hammelfleisch und Naan. In den zwei Geschäften finden wir keine brauchbaren Lebensmittel, nicht einmal Kondensmilch ist zu kriegen. Die Kaserne der Grenztruppen, das mit Abstand größte Gebäude, erinnert an ein Hotel in den Alpen. Abgesehen von den Rekruten, die am Brunnen ihre Wasserkanister füllen, ist der Ort wie ausgestorben. Eine Lastwagenkolonne fährt durch das Dorf, beladen mit Steinkohle aus Kirgistan. Der Winter steht bevor.
Auf der Suche nach einem Zeltplatz verlassen wir Karakul. Links neben der Straße passieren wir eine Nekropole, faszinierend und schauerlich im Licht der untergehenden Sonne. Schnurgerade zieht sich die Straße am Nordufer des Sees entlang, das Gelände ist exponiert, zum campen schlecht geeignet. Wir verlassen die Straße, schieben unsere Fahrräder zwei Kilometer durch weichen Sand in Richtung Ufer. Ein großer Stein bietet etwas Schutz vor dem Wind. Hier schlagen wir unser Lager auf.

http://de.wikipedia.org/wiki/Karakul_(Tadschikistan)

Mikael managed to cycle several 4000 m passes with a brocken axle but today things look bad: his chain keeps slipping through without transmitting power to his back wheel. We spend hours scanning the road for scrap: rusty washers, bolts, wire, anything that might be useful to fix the problem. Finally Mikael finds a suitable piece of hard black plastic that he jams between the axle and frame – we can ride again.
We pitch our tents on the shores of lake Karakul. The landscape is powerful, diabolic. Huge mountains look down on us.

http://en.wikipedia.org/wiki/Karakul_(Tajikistan)

Der Fuchsbau, unser Unterschlupf am Morgen / camp in the morning

Pamir-Highway / Pamir Highway

Pamir-Highway / Pamir Highway

Doroschnij Master – Straßenmeisterei. Jetzt wissen wir wer für die Knochenbrecherpiste verantwortlich ist!

Dorozhnyi Master – road maintainance. Now we know whom to blame for this rough, washboard-like bone breaker road. Or rather whom to thank that the road is passable!

Pamir-Highway / Pamir Highway

Metallische Berge und Grenzzaun nach China. Mikaels Hinterachse macht ernsthafte Probleme.

Metallic mountains near Karakul. Here Mikael’s axle breaks down.

Karakulsee / lake Karakul

Karakulsee / lake Karakul

Blick zurück in Richtung Akbaital / view back towards Akbaytal

Karakulsee / lake Karakul

Karakulsee / lake Karakul

Straßenkontrolle vor dem Ort Karakul / checkpost in Karakul

Karakulsee / lake Karakul

Ankunft in Karakul (Foto: Mikael Lavorel) / arrival in Karakul (foto: Mikael Lavorel)

Kirgisische Kinder in Karakul / Kyrgyz kids in Karakul

Karakul / Karakul

Flugzeug aus Zigarettenschachtel – ein kirgisischer Junge will es mir verkaufen.

Plane made out of a cigarette box – a kyrgyz boy wants to sell it to me.

Wir finden Hörner eines Wildschafes und machen dämonische Fotos (Foto: Mikael Lavorel) / demon (foto: Mikael Lavorel)

Außerhalb von Karakul / leaving Karakul

Die letzten Tagen waren anstrengend – und kalt!

The last days have been hard and cold!

Camp am Karakulsee (Foto: Mikael Lavorel) / camp on the shore of lake Karakul (foto: Mikael Lavorel)

ca. 10 km nach Akbaitalpass (Перевал Ак-Байтал) / approx. 10 km after Akbaytal pass (Перевал Ак-Байтал)

Posted in Zentralasien / Central Asia on März 5, 2011 by pamirhighway

13. September 2010 / September 13, 2010

Der Wind bricht auch heute nicht ab. Als wir unseren Lagerplatz verlassen herrscht noch gutes Wetter, über den Himmel ziehen aber zunehmend tiefliegende Wolken. Gegen Mittag erreichen wir ein Haus am Fuße des Akbaitalpasses. Wir machen Rast, die Teestube welche auch als Schlafzimmer dient ist vom Ofen angenehm warm. Der Hausherr erzählt von seiner Schafsherde (300 Stück, fast ausschließlich Schafe, bis auf die Zuchttiere werden männliche Lämmer und Böcke im Herbst geschlachtet), vom harten Winter im Pamir, vom zugeschneiten Pass, den er mit seinen Verwandten freischaufelt, damit die Straße ganzjährig befahrbar bleibt. Wir sind beeindruckt, Schneeschaufeln bei bis zu -40 Grad, auf 4500 m Höhe. „Was ist wenn viel Schnee fällt?“, möchte ich wissen. „Dann müssen wir den Traktor aus Murgab rufen, dann bleibt der Pass für Tage geschlossen“, die Antwort.
Die fünf Kilometer bis zur Passhöhe sind in einer Stunde zurückgelegt. Die Straße ist unbefestigt, Salzkristalle blühen in den Fahrrinnen. Oben bietet sich ein tristes Bild: das Tal ist von dunklen Wolken verhangen, der Wind schneidend kalt. Wir klettern auf die umliegenden Bergrücken auf der Suche nach einem Aussichtspunkt, verweilen trotz Kälte fast eine Stunde auf dem Pass. Die anschließende Abfahrt führt uns direkt in ein Unwetter. Ein Sturm frischt auf, Schneefall setzt ein, Donner hallt von den Bergen. Wir befürchten Schlimmes, aber nach einer Viertelstunde ist das Spektakel vorbei. Die Sonne, hinter grauen Wolkenfetzen verborgen, taucht die Landschaft in ein unheimliches Licht. Wir sind auf dem Mars, inmitten einer gefrorenen, unwirklichen Wüstenlandschaft. In einer Betonröhre finden wir Unterschlupf vor der feindlichen Witterung. Unsere Stimmung ist wieder ausgelassen, wir fühlen uns wie Höhlenmenschen. Großzügig wird Proviant verteilt, wir lassen es uns gut gehen während draußen der Wind heult.

After reaching the top of Akbaytal pass we descend right into a snowstorm. Although it lasts only for 15 minutes it is bone chilling cold afterwards. We seek shelter in a tube and soon our spirits are high again. We spend the rest of the day cooking and eating, while the merciless wind sweeps the Martian landscape.

Camp am Morgen / camp in the morning

Camp am Morgen / camp in the morning

Straße zum Pass / road leading to the pass

Mikael mit seinem Liegerad / Mikael cycled all the way from France with his recumbent bike

Am Fuße des Passes, noch einige Kilometer vor uns / below the pass

Yak-Fladen / Yak pizza

Teehaus vor dem Pass, alle Radfahrer kehren hier ein!

Chaihana before the pass, all cyclists stop here!

Teehaus / Chaihana

Akbaitalpass (4655 m) / Akbaytal pass (4655 m)

Blick vom Pass nach Süden / view from the pass to the south

Landschaft nach dem kurzen Schneesturm / landscape after the snowstorm

Landschaft nach dem kurzen Schneesturm / landscape after the snowstorm

Landschaft nach dem kurzen Schneesturm / landscape after the snowstorm

Camp (Foto: Mikael Lavorel) / tube camp (foto: Mikael Lavorel)

Camp (Foto: Mikael Lavorel) / tube camp (foto: Mikael Lavorel)

ca. 60 km nach Murgab (Мурғоб), Tadschikistan / approx. 60 km after Murghab (Мурғоб), Tajikistan

Posted in Zentralasien / Central Asia on März 5, 2011 by pamirhighway

12. September 2010 / September 12, 2010

Mikael und ich starten gemeinsam in Murgab. Da ich mich seit Tagen nicht waschen konnte möchte bei Gelegenheit ein Bad nehmen. Wir trennen uns und vereinbaren einen Treffpunkt zum Mittagessen. Ich finde ein geeignete Stelle an einem Gletscherbach, kann dort meine Kleider waschen bevor ich selbst ins eiskalte Wasser steige. Die Landschaft ist flach und ohne Sicht- und Windschutz, trotzdem entkleide ich mich vollständig. Die Straße von Murgab nach Kirgistan ist menschenleer, der gesamte Verkehr fährt über den Kulma-Pass direkt nach China und ich bin ungestört. Nach dem Bad, meine Kleidung ist inzwischen vom Wind und den intensiven Sonnenstrahlen beinahe trocken, kann ich mich kaum anziehen. Ich zittere am ganzen Körper, meine Finger und Zehen sind völlig taub, ich kann sie fast nicht bewegen, die Knopfleiste meines Hemdes eine Unmöglichkeit. Ich bin nun sauber aber völlig durchfroren. Es dauert eine Stunde bis, der Schüttelfrost verschwindet und Gefühl in meine Glieder zurückkehrt.
Ich treffe Mikael, wir essen Nudeln zu Mittag. Wir fahren ohne Hast weiter und schlagen unter einer Brücke in einem ausgetrockneten Bachbett unser Camp auf. Es bleibt auch in der Nacht sehr windig und die Brücke bietet nur geringen Schutz.

Today I take a bath in an ice-cold river which leaves me freezing and shaking for at least one hour. We encounter strong headwind so we don’t cycle a long distance and break camp early under a bridge. 

Frühstück im Hotel Murgab / breakfast in hotel Murghab

Selbstbildnis mit Spiegel / self portrait with mirror

Hotel Murgab / hotel Murghab

Hotel Murgab / hotel Murghab

Murgab am Morgen / Murghab in the morning

Hotel Murgab / hotel Murghab

Nahe unserem Camp filtere ich Wasser (Foto: Mikael Lavorel) / filtering water (foto: Mikael Lavorel)