ca. 10 km nach Akbaitalpass (Перевал Ак-Байтал) / approx. 10 km after Akbaytal pass (Перевал Ак-Байтал)

13. September 2010 / September 13, 2010

Der Wind bricht auch heute nicht ab. Als wir unseren Lagerplatz verlassen herrscht noch gutes Wetter, über den Himmel ziehen aber zunehmend tiefliegende Wolken. Gegen Mittag erreichen wir ein Haus am Fuße des Akbaitalpasses. Wir machen Rast, die Teestube welche auch als Schlafzimmer dient ist vom Ofen angenehm warm. Der Hausherr erzählt von seiner Schafsherde (300 Stück, fast ausschließlich Schafe, bis auf die Zuchttiere werden männliche Lämmer und Böcke im Herbst geschlachtet), vom harten Winter im Pamir, vom zugeschneiten Pass, den er mit seinen Verwandten freischaufelt, damit die Straße ganzjährig befahrbar bleibt. Wir sind beeindruckt, Schneeschaufeln bei bis zu -40 Grad, auf 4500 m Höhe. „Was ist wenn viel Schnee fällt?“, möchte ich wissen. „Dann müssen wir den Traktor aus Murgab rufen, dann bleibt der Pass für Tage geschlossen“, die Antwort.
Die fünf Kilometer bis zur Passhöhe sind in einer Stunde zurückgelegt. Die Straße ist unbefestigt, Salzkristalle blühen in den Fahrrinnen. Oben bietet sich ein tristes Bild: das Tal ist von dunklen Wolken verhangen, der Wind schneidend kalt. Wir klettern auf die umliegenden Bergrücken auf der Suche nach einem Aussichtspunkt, verweilen trotz Kälte fast eine Stunde auf dem Pass. Die anschließende Abfahrt führt uns direkt in ein Unwetter. Ein Sturm frischt auf, Schneefall setzt ein, Donner hallt von den Bergen. Wir befürchten Schlimmes, aber nach einer Viertelstunde ist das Spektakel vorbei. Die Sonne, hinter grauen Wolkenfetzen verborgen, taucht die Landschaft in ein unheimliches Licht. Wir sind auf dem Mars, inmitten einer gefrorenen, unwirklichen Wüstenlandschaft. In einer Betonröhre finden wir Unterschlupf vor der feindlichen Witterung. Unsere Stimmung ist wieder ausgelassen, wir fühlen uns wie Höhlenmenschen. Großzügig wird Proviant verteilt, wir lassen es uns gut gehen während draußen der Wind heult.

After reaching the top of Akbaytal pass we descend right into a snowstorm. Although it lasts only for 15 minutes it is bone chilling cold afterwards. We seek shelter in a tube and soon our spirits are high again. We spend the rest of the day cooking and eating, while the merciless wind sweeps the Martian landscape.

Camp am Morgen / camp in the morning

Camp am Morgen / camp in the morning

Straße zum Pass / road leading to the pass

Mikael mit seinem Liegerad / Mikael cycled all the way from France with his recumbent bike

Am Fuße des Passes, noch einige Kilometer vor uns / below the pass

Yak-Fladen / Yak pizza

Teehaus vor dem Pass, alle Radfahrer kehren hier ein!

Chaihana before the pass, all cyclists stop here!

Teehaus / Chaihana

Akbaitalpass (4655 m) / Akbaytal pass (4655 m)

Blick vom Pass nach Süden / view from the pass to the south

Landschaft nach dem kurzen Schneesturm / landscape after the snowstorm

Landschaft nach dem kurzen Schneesturm / landscape after the snowstorm

Landschaft nach dem kurzen Schneesturm / landscape after the snowstorm

Camp (Foto: Mikael Lavorel) / tube camp (foto: Mikael Lavorel)

Camp (Foto: Mikael Lavorel) / tube camp (foto: Mikael Lavorel)

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Eine Antwort to “ca. 10 km nach Akbaitalpass (Перевал Ак-Байтал) / approx. 10 km after Akbaytal pass (Перевал Ак-Байтал)”

  1. Simon Vögeli Says:

    Ihr seid die krasse Typen! Was für eine Odysse. Zum Glück wart ihr anscheinend immer noch gut ausgerüstet! Das Camp in der Betonröhre muss erlösend gewesen sein…

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