Chorugh (Хоруғ), Tadschikistan / Khorugh (Хоруғ), Tajikistan

02. – 06. September 2010 / September 02 – 06, 2010

Ich verabschiede mich von Muschfik Ilolow und seiner Familie. Für die 20 km Fahrt nach Chorugh benötige ich zwei Stunden. Ich bin froh habe ich gestern meine Reise nicht fortgesetzt, die Straße ist weiterhin steinig und anstrengend. Bei einer Steigung nur wenige Kilometer vor der Stadt mache ich Rast. Eine alte Frau kommt mir entgegen, sie trägt einen Plastiksack, prall gefüllt mit Äpfeln. Ich grüße, sie bleibt stehen, lächelt mir ins Gesicht. Sie greift in den Plastiksack, nimmt einen Apfel heraus und streckt ihn mir entgegen. Dankend nehme ich an. Wieder greift sie in die Tasche, sie gibt mir wieder einen Apfel, dann noch einen! Bald habe ich beide Hände voll, da überreicht sie mir die Plastiktasche mit den restlichen Äpfeln. Ich bin sprachlos, ich möchte ihr Geld geben, wenigstens ein paar Somoni. Sie wehrt ab, lächelt ein letztes Mal und macht sich wieder auf den Weg.
Ich verbringe kurzweilige Tage in Chorugh. Ich esse, beinahe pausenlos. Meine Wanderungen durch die Stadt lege ich so, dass ich nie lange hungrig bleibe. Ich werde ein regelmäßiger Kunde bei den Straßenverkäuferinnen vor der Universität, im Restaurant vis-a-vis vom Ministerium (sie servieren Pizza), im Internetcafé direkt an der Brücke (sehr zum Leidwesen der Schulkinder die dort Counterstrike spielen und nicht bezahlen). Ich mache Bekanntschaft mit dem afghanischen Konsul, der mir ein Visum ausstellen will sobald ich ein „Double Entry“ für Tadschikistan bekomme. Ich verbringe Stunden im MID, dem Innenministerium, spreche mit Beamten, warte im Korridor. Auch bei OVIR, der Pass- und Meldestelle, werde ich vorstellig. Leider bin ich nicht erfolgreich. Afghanistan werde ich das nächste Mal besuchen müssen.
Am letzten Tag vor meiner Abreise besichtige ich das Museum von Chorugh. Es ist, wie ich es schon mehrere Male in den ehemaligen Sowjetrepubliken gesehen habe, eine interessante Mischung unterschiedlichster Exponate, Kuriosa und Absurditäten. Zum Beispiel das Pianino der Gouverneurstochter, welches in zweimonatiger Knochenarbeit von russischen Soldaten vor hundert Jahren über den Pamir GETRAGEN wurde. Ölgemälde mit dem Abbild von Marschal Frunse. Eine ausgestopfte Pamir-Menagerie. Modelle aus den 60er und 70er Jahren, für geplante (aber nicht realisierte) Fabriken in Chorugh. Vergilbte Fotoabzüge vom Leben der Menschen in der Region (und immer auch vom Rotarmisten mit dem Sowjetbanner auf den Ruinen des Reichstages). Ich habe das Museum sofort in mein Herz geschlossen, zusammen mit der alten und zu Beginn etwas mürrischen Museumswärterin, die mich, als ich Interesse zeige, mit zunehmender Begeisterung durch die Ausstellung führt.
Im Pamir Lodge treffe Bartek Tofel aus Polen. Er ist kaum über 20, Journalist und Bergsteiger. Gerade ist er von einer Expedition im Hindukusch zurück. Wir führen ein langes Gespräch. Auch er ist – wie sich herausstellt – Mitglied im österreichischen Alpenverein!

http://www.tofel.eu/

http://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh

I spend several days in Khorugh. I instantly like the place, its people, the amazing barren mountains that change dramatically over the course of the day, depending on the position of the sun and the presence of clouds. I encounter interesting people: I shake hands with the Afghan consul. An old Tajik man, who sits next to me in a chaihana, invites me to his Pamiri house, where, under the beautiful skylight of the central room we have another cup of tea. I meet Bartek Tofel, a young journalist from Poland, who is just back from an expedition to the Hindukush. Days pass quickly and I recover well.

http://www.tofel.eu/

http://en.wikipedia.org/wiki/Khorugh

Kilometertafel am Stadtrand von Chorugh / kilometer board outside of Khorugh

Monumente vor dem Ministeriumsgebäude / monuments in front of the ministeries

 

Stadion von Chorugh / Khorugh stadion

Busbahnhof von Chorugh / bus station of Khorugh

Geschäft „Dusti (Freunde)“ / shop „dusti (friends)“

Denkmal für die Soldaten des Zweiten Weltkrieges / WW2 monument

Busbahnhof von Chorugh / bus station of Khorugh

Busbahnhof von Chorugh / bus station of Khorugh

Wohnblock in Chorugh / housing block in Khorugh

Wohnblock in Chorugh / housing block in Khorugh

Internetcafé in Chorugh/ Internet café in Khorugh

Ogneopasno!

Extremely flammable!

Restaurant in Chorugh / restaurant in Khorugh

Blick auf Chorugh, nahe dem afghanischen Konsulat / view from the south down to Khorugh, near the Afghan consulate

Museum in Chorugh / museum in Khorugh

Museum in Chorugh / museum in Khorugh

Ich habe immer noch nicht herausgefunden was es ist. Zu sehen außerhalb des öffentlichen Badehauses, nahe Pamir Lodge.

Modern art? It is situated outside the „banya“, the public bath house, near Pamir Lodge.

Sportplatz einer Schule nahe Pamir Lodge / school near Pamir Lodge

Sportplatz einer Schule nahe Pamir Lodge / school near Pamir Lodge

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: