Kala i Husein (Калаи-Ҳусейн), Tadschikistan / Kala i Husein (Калаи-Ҳусейн), Tajikistan

28. August 2010 / August 28, 2010

Anfangs kommen wir gut voran, nach einigen Kilometern Fahrt erreichen wir die autonome Provinz Berg-Badachschan. Kurz nach der Provinzgrenze entscheiden wir uns für ein zweites Frühstück und bestellen Spiegeleier und Naan in einem Teehaus. Ich habe keinen Apettit, fühle mich plötzlich unwohl. Im nächsten Ort Kala i Husein muß ich bei der ersten Steigung absteigen. Ich sage Ian er soll weiterfahren und wir bestimmen eine Distanz für das nächste Camp. Mit jedem Moment geht mir schlechter. Auf dem Rücken liege ich auf einem großen Stein am Straßenrand und fühle mich hundeelend. Dorfbewohner kommen, fragen nach meinem Befinden – einer von ihnen meint, ich solle nicht auf dem kalten Stein liegen, es würde mich krank machen. Ich erkläre ihm, dass ich mich schon krank fühle, worauf er mich ohne zu zögern in sein Haus einlädt. Ich habe Schwierigkeiten zu atmen, mir ist speiübel, ich kämpfe gegen Brechreiz. Entkräftet schiebe ich mein Fahrrad durch das Holzgatter zu seinem Haus. Ich werde ins Wohnzimmer gebeten, eine Baumwolldecke wird am Boden ausgelegt und binnen Minuten schlafe ich wie bedäubt ein.
Nach einigen Stunden Schlaf geht mir etwas besser. Mein Gastgeber Eltschibekow Salamatschoch ist Lehrer in Kala i Husein. Anhand einer alten sowjetischen Karte erklärt er mir, wie groß das persische Siedlungsgebiet einmal war, von Westchina bis an den Kaukasus, von Turkmenistan bis Pakistan. Mehrere Stunden lang spricht er über Politik und Geschichte, beschwert sich über die ungerechte Grenzziehung, Samarkand und Buchara seien jetzt verloren. Plötzlich fragt er mich was ich zu Abend essen möchte – ich bemerke einen Anflug von Nervosität und weiche der Frage aus. Ich sage, Brot und Tee würden für mich ausreichen. Er fragt mich noch einmal, diesmal direkt: „Möchtest du Fleisch essen?“ Ich verneine, verweise auf meinen turbulenten Magen und merke wie sich sein Gesichtsausduck entspannt. Später serviert seine Frau gekochte Kartoffeln, Tomaten, Brot und Tee. Ich esse mit großem Apettit, muß mich aber nach kurzer Zeit vor dem Haus übergeben was mir sehr peinlich ist. In der Nacht schlafe ich tief und traumlos.

http://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan

I feel ill today. After cycling only for some kilometers, I part from Ian and take some rest. Laying on big rock a Tajik man approaches me and invites me to his house. He and his family take good care of me and in the evening I feel better.

http://en.wikipedia.org/wiki/Gorno-Badakhshan_Autonomous_Province

Kurz vor der Provinzgrenze, Wegweiser nach Chorugh / shortly before entering GBAO

Ich möchte meine Dankbarkeit ausdrücken für die große Hilfe und Gastfreundschaft, die ich durch Eltschibekow Salamatschoch und seine Familie erfahren habe. Als ich krank war haben sie mir geholfen, ohne jegliche Gegenleistung zu erwarten. Ich bin immer noch tief gerührt und werde es nie vergessen!

I am still touched by the way I was treated by Eltshibekov Salamatshokh and his family. When I was ill they took care of me, without expecting a reward. I will never forget them!

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