Archiv für Januar, 2011

Schawud (Шавуд), Tadschikistan / Shavud (Шавуд), Tajikistan

Posted in Zentralasien / Central Asia on Januar 31, 2011 by pamirhighway

31. August 2010 / August 31, 2010

M41 nach Chorogh / M41 to Khorogh

M41 nach Chorogh / M41 to Khorogh

Landschaft am Pjandsch / landscape in the lower Pamirs

Landschaft am Pjandsch / landscape in the lower Pamirs

Blick nach Afghanistan / view to Afghanistan

Blick nach Afghanistan / view to Afghanistan

Landschaft am Pjandsch / landscape in the lower Pamirs

Tadschikische Soldaten auf Patrouille / Tajik soldiers guarding to border to discourage drug-trafficking

Tadschikische Soldaten / Tajik soldiers

Landschaft am Pjandsch / landscape in the lower Pamirs

Warnung vor Landminen / warning of land mines

Togmai (Тогмай), Tadschikistan / Togmay (Тогмай), Tajikistan

Posted in Zentralasien / Central Asia on Januar 31, 2011 by pamirhighway

30. August 2010 / August 30, 2010

Ich verbringe eine kurze Nacht. Der untere Teil des Passes ist weniger steil und felsig und der volle Mond scheint mir die ganze Nacht ins Gesicht! Am frühen Morgen, noch vor Sonnenaufgang, höre ich eine Lastwagenkolonne. Der Fahrer im ersten LKW erkennt mich auf dem Dach des Wartehäuschens und winkt.
Zu Mittag erreiche ich den Pjandsch, welcher die Grenze zu Afghanistan bildet. Eine Woche werde ich in diesem Grenzgebiet unterwegs sein, meist nur einen Steinwurf von Afghanistan entfernt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pjandsch

Today I reach the Panj river which forms the border to Afghanistan.

http://en.wikipedia.org/wiki/Panj_River 

Camp am Morgen / camp in the morning

Blick vom Dach des Wartehäuschen / view from top of the shelter

Sagirdascht-Pass / Sagirdasht pass

Afghanistan!

Afghanistan!

Fahrt entlang der tadschikisch-afghanischen Grenze / cycling along the Tajik-Afghan border

Sagirdascht-Pass (Перевал Хабурабат/Сагирдашт), Tadschikistan / Sagirdasht pass (Перевал Хабурабат/Сагирдашт), Tajikistan

Posted in Zentralasien / Central Asia on Januar 31, 2011 by pamirhighway

29. August 2010 / August 29, 2010

Heute fühle ich mich schon viel besser. Zum Frühstück bekomme ich eine große Schüssel warmer Milch mit Butter serviert was mein Magen gut verträgt. Danach zeigt mir Eltschibekow Salamatschoch sein Haus, den Garten und sämtliche Obstbäume, ich bekomme köstliche Äpfel geschenkt. Die Maulbeeren, so meint er, seien leider noch nicht reif. Im Stall steht nur ein Schaf und ein junges Lamm. Mein Gastgeber erklärt mir, dass seine Herde den Sommer auf Hochweiden im Gebirge verbringt und im Herbst wieder zurückkehrt. Dieses Schaf sei für besondere Gäste, damit Fleisch angeboten werden könne. Ich verstehe nun seine gestrige Frage und bin tief gerührt.
Ich verlasse Kala i Husein und fahre in Richtung Pass. In einem Bach nehme ich ein Bad, wasche meine Kleider die von der Sonne und dem Wind sehr schnell trocknen. Der Anstieg scheint endlos,  es ist heiß und ich fühle mich immer noch schwach von gestern. Am späten Nachmittag erreiche ich ein Teehaus, ich bestelle Hammelfleisch, Naan und Tee, nach zwei Tagen die erste richtige Mahlzeit die ich bei mir behalte. Langsam schiebe ich mein Fahrrad weiter, oft ist der Kiesbelag weich, was zusätzlich Kraft kostet. Bei Sonnenuntergang habe ich die Passhöhe erreicht. Für die dort stationierten Soldaten bin ich eine willkommene Abwechslung, ich werde eingeladen, in einem ihrer Zelte zu schlafen was ich dankend ablehne. Heute brauche ich meine Ruhe, ich möchte noch etwas kochen und dann so früh wie möglich schlafen. Die Landschaft nördlich des Passes war grün und hügelig, beim Abfahren hoffe ich, bald eine geeignete Stelle zum campen zu finden. Ich habe mich getäuscht: die südliche Seite ist steinig und trocken, ein steile Schlucht, mehrere hundert Meter tief! Rasch wird es dunkel. Der Lichtkegel meiner Stirnlampe erhellt nur einen lächerlich kleinen Bereich der Straße, auch ist das Licht zu schwach, ich kann die Unebenheiten nicht erkennen. Nach nur kurzer Fahrt treffe ich ein großes Schlagloch, sofort danach ein zweites und mein Hinterrad ist platt. Ich fluche und schimpfe, brülle in die Schlucht, trotzdem bleibt mir nichts anderes übrig als mein Hinterrad zu flicken. Die Straße ist aus feinstem Staub, erinnert an Zement. So stelle ich mir die Oberfläche auf dem Mond vor, menschenleer und dunkel, denke ich, und ausgerechnet hier habe ich eine Reifenpanne! Nach einer Stunde ist mein Fahrrad wieder fahrtüchtig. Ich unternehme noch einen Versuch abzufahren. Ich sehe die Straße kaum, kein Mondlicht dringt in diesen Abgrund. Nach einer Spitzkehre, die ich erst im letzten Moment erkenne, beschließe ich, mein Fahrrad zu schieben. Ich wate durch knöcheltiefen Mondstaub, abwärts.
Nach einer weiteren Stunde tasten sich Scheinwerfer durch die Schlucht, eine Lastwagenkolonne ist auf dem Weg ins Tal. Die Lastwagen kommen näher und ich erkenne meine Chance: das Fernlicht, ich muß schaffen, vor den Lastwagen zu bleiben! Ich fahre ins Tal, ein KAMAZ im Nacken, ein verrücktes Rennen durch den schwarzen Höllenschlund. Bei einer Steigung kann ich aber nicht mehr mithalten, der LKW überholt mich und ich werde wieder von der Dunkelheit geschluckt. Bis ich heiser bin brülle ich wüste Verwünschungen in die Tiefe. Ich habe wohl meine Chance vertan.
Ich schiebe mein Fahrrad und hinter einer Felsnase erkenne ich die Silhouette des Lastwages, der Fahrer steht draußen und raucht. Wir sprechen kurz und er erklärt mir dass er auf seine Kollegen wartet, die zurückgefallen sind, für mich eine willkommene Pause. Nach einer Viertelstunde wird mir kalt, die Scheinwerfer der LKW sind nicht zu sehen und ich schiebe mein Rad weiter. Mehrere Stunden vergehen, es wird wieder wärmer. Nachts um zwei komme ich an ein Wartehäuschen, es hat einen Betontisch und eine Wasserquelle – perfekt zum Übernachten! Ich koche Nudelsuppe bevor ich auf das Dach klettere und mich dort zum Schlafen hinlege.

Eltshibekov Salamatshokh is a great host: in the morning he serves me warm milk with butter, a meal that gives me back some strengh. Outside of Kala i Husein i take a bath in a river, also washing my clothes. I then spend the whole day pushing my bike up the pass. I decide to descent in order not to camp with the soldiers on top, a decision that I soon regret. It is 2:00 PM when I find a suitable place to camp.

Eine Tochter von Eltschibekow Salamatschoch hat Zucker aus der Küche geholt!

A daughter of my host Eltshibekov Salamatshokh got some sugar from the kitchen! 

Die drei Töchter von Eltschibekow Salamatschoch mit Lamm / the three daughters of Eltshibekov Salamatshokh with lamb

Die drei Töchter von Eltschibekow Salamatschoch mit Lamm / the three daughters of Eltshibekov Salamatshokh with lamb

Im Bürgerkrieg zerstörter Panzer / remains of a tank

Landschaft am Sagirdascht-Pass (3250 m) / landscape at Sagirdasht pass (3250 m)

Sagirdascht-Pass (3250 m) / Sagirdasht pass (3250 m)

Ich bin erschöpft, die Steigung scheint nicht enden zu wollen!

I am exhausted and still I haven’t reached the top!

Noch 42 Kilometer bis nach Kalai Chumb! Ich mache die Erfahrung dass meine Straßenkarte beinahe unbrauchbar ist, die alten Kilometersteine jedoch sind sehr genau!

Still 42 Kilometers to Kalai Khumb! I find out that my road map is hardly accurate but the old milestones are!

Abfahrt in völliger Dunkelheit, kein Mondlicht scheint in die Schlucht, die Straße ist aus feinstem Staub!

It is pitch dark when I ride down the pass!

Kala i Husein (Калаи-Ҳусейн), Tadschikistan / Kala i Husein (Калаи-Ҳусейн), Tajikistan

Posted in Zentralasien / Central Asia on Januar 30, 2011 by pamirhighway

28. August 2010 / August 28, 2010

Anfangs kommen wir gut voran, nach einigen Kilometern Fahrt erreichen wir die autonome Provinz Berg-Badachschan. Kurz nach der Provinzgrenze entscheiden wir uns für ein zweites Frühstück und bestellen Spiegeleier und Naan in einem Teehaus. Ich habe keinen Apettit, fühle mich plötzlich unwohl. Im nächsten Ort Kala i Husein muß ich bei der ersten Steigung absteigen. Ich sage Ian er soll weiterfahren und wir bestimmen eine Distanz für das nächste Camp. Mit jedem Moment geht mir schlechter. Auf dem Rücken liege ich auf einem großen Stein am Straßenrand und fühle mich hundeelend. Dorfbewohner kommen, fragen nach meinem Befinden – einer von ihnen meint, ich solle nicht auf dem kalten Stein liegen, es würde mich krank machen. Ich erkläre ihm, dass ich mich schon krank fühle, worauf er mich ohne zu zögern in sein Haus einlädt. Ich habe Schwierigkeiten zu atmen, mir ist speiübel, ich kämpfe gegen Brechreiz. Entkräftet schiebe ich mein Fahrrad durch das Holzgatter zu seinem Haus. Ich werde ins Wohnzimmer gebeten, eine Baumwolldecke wird am Boden ausgelegt und binnen Minuten schlafe ich wie bedäubt ein.
Nach einigen Stunden Schlaf geht mir etwas besser. Mein Gastgeber Eltschibekow Salamatschoch ist Lehrer in Kala i Husein. Anhand einer alten sowjetischen Karte erklärt er mir, wie groß das persische Siedlungsgebiet einmal war, von Westchina bis an den Kaukasus, von Turkmenistan bis Pakistan. Mehrere Stunden lang spricht er über Politik und Geschichte, beschwert sich über die ungerechte Grenzziehung, Samarkand und Buchara seien jetzt verloren. Plötzlich fragt er mich was ich zu Abend essen möchte – ich bemerke einen Anflug von Nervosität und weiche der Frage aus. Ich sage, Brot und Tee würden für mich ausreichen. Er fragt mich noch einmal, diesmal direkt: „Möchtest du Fleisch essen?“ Ich verneine, verweise auf meinen turbulenten Magen und merke wie sich sein Gesichtsausduck entspannt. Später serviert seine Frau gekochte Kartoffeln, Tomaten, Brot und Tee. Ich esse mit großem Apettit, muß mich aber nach kurzer Zeit vor dem Haus übergeben was mir sehr peinlich ist. In der Nacht schlafe ich tief und traumlos.

http://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan

I feel ill today. After cycling only for some kilometers, I part from Ian and take some rest. Laying on big rock a Tajik man approaches me and invites me to his house. He and his family take good care of me and in the evening I feel better.

http://en.wikipedia.org/wiki/Gorno-Badakhshan_Autonomous_Province

Kurz vor der Provinzgrenze, Wegweiser nach Chorugh / shortly before entering GBAO

Ich möchte meine Dankbarkeit ausdrücken für die große Hilfe und Gastfreundschaft, die ich durch Eltschibekow Salamatschoch und seine Familie erfahren habe. Als ich krank war haben sie mir geholfen, ohne jegliche Gegenleistung zu erwarten. Ich bin immer noch tief gerührt und werde es nie vergessen!

I am still touched by the way I was treated by Eltshibekov Salamatshokh and his family. When I was ill they took care of me, without expecting a reward. I will never forget them!

Tavildara (Тавилдара), Tadschikistan / Tavildara (Тавилдара), Tajikistan

Posted in Zentralasien / Central Asia on Januar 29, 2011 by pamirhighway

27. August 2010 / August 27, 2010

Camp am Morgen / camp in the morning

Blick vom Camp nach Norden / view from the camp to the north

Blick vom Camp nach Süden / view from the camp to the south

M41 nach der Abzweigung in Tschumdon / M41 after fork in Chumdon

Ian hat heute Pech: zwei platte Reifen an einem Tag!
Ian has very bad luck today, two punctures within a short time!

Kinder baden neben einem Panzerwrack / kids bathing next to a shot down tank

M41 (Photo: Ian Ferguson) / M41 (photo: Ian Ferguson)

Camp bei Tavildara (Photo: Ian Ferguson) / camp near Tavildara (photo: Ian Ferguson)

ca. 5 km vor Tschumdon (Ҷумдон), Tadschikistan / approx. 5 km from Chumdon (Ҷумдон), Tajikistan

Posted in Zentralasien / Central Asia on Januar 29, 2011 by pamirhighway

26. August 2010 / August 26, 2010

Hassan, unser Gastgeber / Hassan, our great host

Camp am Morgen / camp in the morning

M41, Hauptverbindung nach Kirgistan und China / M41, the main road to Kyrgyzstan and China

Adler mit gestutzten Flügeln, Hauptattraktion in diesem Teehaus!

Eagle with cropped wings, main attraction of this teahouse!

Mann mit Adler / man with eagle 

Junge mit Adler / boy with eagle

Schafe auf der M41 / sheeps on the M41

Schafe auf der M41 / sheeps on the M41

Schafe auf der M41 / sheeps on the M41

Körperpflege (Photo: Ian Ferguson) / washing myself at a fountain (photo: Ian Ferguson)

ca. 20 km vor Obigarm (Oвигарм), Tadschikistan / approx. 20 km from Obigarm (Oвигарм), Tajikistan

Posted in Zentralasien / Central Asia on Januar 29, 2011 by pamirhighway

25. August 2010 / August 25, 2010

Ich bin auf dem Weg zur chinesischen Botschaft da sehe ich einen Tourenradler auf dem Rudaki-Prospekt: es ist Ian aus England, wir waren vor einem Monat gemeinsam in Turkmenistan unterwegs. Auch er ist in Richtung Pamir unterwegs und wir treffen eine ungefähre Abmachung, wo wir campen möchten.
Um zehn Uhr bin ich auch auf dem Sattel und fahre auf der M41 nach Osten. Alle fünf bis zehn Kilometer passiere ich eine Straßenkontrolle der Miliz, verstärkt von Einheiten der Armee. Vor einigen Tagen flohen 25 islamische Extremisten aus einem Gefängnis in Duschanbe, dabei wurden fünf Sicherheitskräfte getötet. Die Verkehrswege werden nun stark kontrolliert, Privatautos und Lastwagen werden nach den flüchtigen Häftlingen durchsucht. Nach mehreren Kontrollposten überlege ich mir, ob es möglich wäre, die Straßensperre einfach zu umfahren und nicht anzuhalten, bemerke bei der nächsten Kontrolle aber, dass weitere Soldaten, darunter auch Scharfschützen, im Gebüsch etwas abseits von der Straße positioniert sind! Keine gute Idee!
Am späten Nachmittag sehe ich ein grünes Zelt am Straßenrand, es ist Ian. Er hat sein Zelt neben einer kleinen Autowerkstätte aufgebaut und ich frage die Eigentümer, ob ich auch hier campen darf. Der älteste Sohn Hassan lädt uns zum Abendessen ein und verweist dabei auf den baldigen Sonnenuntergang, dann könne er sein Fasten brechen. Eine Stunde später serviert er uns Plow und Tee, ein ausgiebiges und herzhaftes Mahl. Am Abend wird es merklich kühl und bald ziehen wir uns in unsere Zelte zurück.

I meet Ian on the Rudaki Avenue and we decide to cycle together. On our way we pass several militsiya and army checkposts who are searching for islamic extremists who escaped from prison some days ago. In the evening we pitch our tents next to Hassan’s house, 20 kilometers west of Obigarm. Hassan is a great host who very kindly looks after us.